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Verständlich informieren, Vorurteile abbauen

Psychische Erkrankungen sind für viele Menschen vertraut und fremdartig zugleich. Fremdartig deshalb, weil psychische Erkrankungen oft als mysteriös, als ungreifbar und damit als bedrohlich erscheinen. Auch die Medien tragen nicht selten dazu bei, bestimmte Vorurteile zu verbreiten und aufrechtzuerhalten.

Vorurteile bewirken zusätzliche Schwierigkeiten

Für Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, entstehen aus diesen Vorurteilen oft zusätzliche Schwierigkeiten, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz, einen Sportverein oder neue Freundschaften zu finden, die nicht in Zusammenhang mit einem psychiatrischen Umfeld wie Tageskliniken, Tageszentren oder Betreutem Wohnen stehen. Wer in seinem näheren Umfeld mit psychischen Erkrankungen konfrontiert ist, fühlt sich meistens ähnlich hilf- und ratlos wie die Betroffenen selbst. Wenn der Nachbar plötzlich überzeugt ist, von Geheimdiensten verfolgt zu werden, wenn die Tochter sich absichtlich mit einer Rasierklinge verletzt, wenn die Kollegin sich stundenlang die Hände waschen muss oder wenn der Freund tagelang im abgedunkelten Zimmer liegt und an die Decke starrt – dann sind dies für alle Beteiligten extreme und verwirrende Situationen.

Jeder Mensch hat psychische Probleme

Andererseits sind psychische Erkrankungen nicht etwas so Fremdartiges, wie wir oftmals annehmen oder gerne glauben möchten. Jeder Mensch hat psychische Probleme. Jeder Mensch kennt Lebensphasen, die an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit führen, die Überzeugungen, Sicherheiten und Gewohnheiten infrage stellen. Das ist ein normaler und wichtiger Teil unseres Lebens. Nur unter bestimmten Bedingungen bedürfen solche Erfahrungen einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung. Und so deutlich manche psychische Störungen als solche zu erkennen sind, so undeutlich erscheinen die Grenzen zwischen "gesund" und "krank" bei anderen Störungen. Dies kann, je nach Perspektive, beunruhigend oder ganz beruhigend sein.

Indes nimmt die Häufigkeit psychiatrischer Diagnosen zu. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, beruflichen und privaten Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden, das eigene Leben nicht mehr selbstbestimmt gestalten zu können. Dabei ist es oft schwer, sich und anderen einzugestehen, dass die sozialen Beziehungen, die täglichen Verrichtungen und das Wohlbefinden insgesamt durch Angst, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung oder innere Unruhe maßgeblich beeinträchtigt sind.

Fundiertes Wissen bedeutet praktische Hilfe

Vor diesem Hintergrund erscheint es uns von wesentlicher Bedeutung, verständliche Informationen über psychiatrische Krankheitsbilder, entsprechende Erklärungsansätze und Interventionen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denn ein fundiertes Wissen ist die Voraussetzung, um in belastenden Lebenssituationen sicherer zu handeln, um sich rücksichtsvoller gegenüber der eigenen Psyche zu verhalten, und um Vorurteile gegenüber psychisch erkrankten Menschen abzubauen.

Kontakt

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Christian Saak
PSV Treptow e.V.
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